2019-09-09_Dukes vs Scorpions - Ingolstadt Dukes

Direkt zum Seiteninhalt
08. September 2019     Nummer eins in Bayern

Was für ein Saisonfinale der Dukes: In einem dramatischen Spiel sicherten sich die Herzöge nach einer begeisternden zweiten Halbzeit einen 32:27-Erfolg gegen die Stuttgart Scorpions. Und Headcoach Eugen Haaf  fiel danach eine Zentnerlast von den breiten Schultern. Immerhin hat er die ganze Saison davon geredet, noch die Nummer eins in Bayern zu werden. Nach der sieglosen Hinrunde, als die Dukes abgeschlagen am Tabellenende standen und von vielen „Experten“ als sicherer Absteiger gehandelt wurden, war er noch immer davon überzeugt, die bayerischen Rivalen aus Kempten, München und Kirchdorf noch hinter sich zu lassen.
Und er sollte Recht behalten. Als bestes bayerisches Team im Freistaat schlossen die Dukes die Gruppe Süd der GFL 1 als Tabellenfünfter ab. Hätte sich die Truppe nicht die Aussetzer beim Hinspiel in Stuttgart sowie in Kempten und München geleistet, würden jetzt die Dukes zum Viertelfinal-Playoff nach Braunschweig reisen. Aber allzu traurig dürfte keiner im Lager der Herzöge sein, ist das Aufeinandertreffen mit den Norddeutschen doch eine aussichtslose Angelegenheit. Was aber nicht überrascht, da die Lions einen mindestens zehnmal so hohen Etat haben dürften wie die Dukes.
So ist es verständlich, dass sich Haaf über das Erreichen seines Saisonziels wahrscheinlich mehr freut als die Braunschweiger über den ohnehin vor der Saison schon feststehenden Playoff-Einzug: „Wir sind wieder die Nummer eins in Bayern, das ist für mich extrem wichtig.“
Mit zu verdanken hat er das mit großer Wahrscheinlichkeit auch einem Spieler, mit dem er einen langen Weg zusammen gegangen ist. Valentin Pfnür, bereits seit fünf Jahren im Trikot der Dukes, ebnete im dritten Viertel mit dem ersten Touchdown seiner Laufbahn den Weg zum späten Erfolg über die Schwaben. Es wird auch sein letzter Touchdown bleiben, denn der erst 24jährige Center der Dukes muss aufgrund seiner Knieverletzung, die ihn schon in der vergangenen Saison zu einer langen Pause zwang, seine Karriere beenden. So blieb  auch ein Stück Wehmut bei Pfnür: „Das war für mich natürlich ein tolles Ende meiner Karriere, aber es ist auch ein weinendes Auge dabei, weil ich gerade hier in Ingolstadt fünf tolle Jahre hatte. Aber ich muss vernünftig sein, wenn der Körper nicht mehr mitmacht, hat das keinen Sinn mehr.“
Das Spiel selbst war ein Spiegelbild der gesamten Saison, bei den Dukes ging in der ersten Halbzeit so ziemlich alles schief, weshalb es auch nicht überraschte, dass die Stuttgarter zur Pause mit 21:7 in Führung lagen. Lediglich Anthony Mella war ein Touchdown gelungen, ansonsten unterliefen den Ingolstädtern ähnlich vermeidbare Fehler wie schon vor Wochenfrist in München. Nach der Halbzeitpause präsentierte sich dann ein ganz anderes Team, jetzt begeisterten die Dukes ihre Anhänger noch einmal mit tollen Spielzügen und dank Norman Schumm, Pfnür und Cory Benedetto, der etliche schwache Pässe aus der ersten Hälfte mit einem spektakulären Lauf über das halbe Feld wieder wett machte, machten die Dukes aus einem 7:21 eine 26:21-Führung. Auch die erneute Führung der Gäste warf die Dukes nicht mehr aus der Bahn und Niklas Schumm stellte den 32:27-Endstand her. Die Defense der Dukes ließ jetzt nichts mehr zu, auch wenn die Stuttgarter noch einmal alles nach vorne warfen und fünf Sekunden vor dem Ende an der 20-Yard-Linie standen. Den finalen Pass von Eubank auf  Luca Faschian konnte Alex Weissbeck mit einer gekonnten Abwehr stoppen und den Dukes damit endgültig den 32:27-Sieg und den fünften Tabellenplatz retten.
Jetzt gilt es, die Planungen für die kommende Saison bereits in die Hand zu nehmen. Etliche Spieler werden dann wohl nicht mehr dabei sein, im Football ist nach einer Saison eine starke Fluktuation ja an der Tagesordnung. Valentin Pfnür wird dann aber mit großer Wahrscheinlichkeit wieder hier sein – in welcher Position auch immer. „Ich habe Eugen Haaf und Franky Roser so viel zu verdanken, dass ich in meinem Herzen immer ein Duke sein werde. Deshalb werde ich sicher wieder kommen, dann vielleicht als Trainer“, blickt er schon mal voraus.

Zurück zum Seiteninhalt